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nichtige dichtung

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Freitag, 6. Juli 2007

miese stimme

sopran muß mich wieder vertreten; ich kann immer noch nicht singen, nur leise sprechen. mist. ich hab das gefühl, schon beim denken heiser zu werden. hoffentllich geht es morgen - das letzte konzert der saison. das würde sie gerne schwänzen zwecks wichtigerer unternehmungen. ich würd es ihr ja gönnen, der endlich einmal kinderfreien voisine.

fluchdaten

gestern königstochter jüngste zum flughafen gebracht. nicht so furchtbar schweren herzens, weil sie ja in zwei wochen wiederkommt, aber schön pünktlich, damit sie auf jeden fall mitgenommen werde. sie geht zum einchecken, während ich schnell den wagen auf den freien parkplatz bringe und dann gemütlich richtung halle schlendere.
aber noch auf der straße kommt sie mir entgegen: der flug war einen tag vorher. nicht donnerstag, sondern mittwoch.
eine gute halbe stunde zitterpartie, ob überhaupt ein platz frei ist, ob er noch bezahlbar ist; wie sie ansonsten rechtzeitig zurückkehren kann, mit dem zug, über paris? ohne reservierung?
fünfzig minuten später ist das ticket bezahlt (sie haben es freundlicherweise im nachhinein gegen aufpreis getauscht), das gepäck aufgegeben, sie steht in der terroristen-test-schlange; welch erleichterung!

Samstag, 30. Juni 2007

stiche und konsorten

endlich sommer! seit heute ist es heiß. am abend auf der terrasse ohne strickwaren: fünf stiche durch die baumwolle. durchmesser 3 cm. wenn schon denn schon.
mit den zipperleins nimmt es kein ende. sopran muß heut im konzert für mich einspringen, hat 10 minuten lang fleißig meine soli geübt. während ich mich von den insekten stechen lasse. nicht mal laut fluchen ist drin, da versagt die stimme. mein kopf juckt wie bekloppt, das nierenbecken ist entflammt. was soll der quatsch? schon seit zwei tagen trinke ich keinen wein mehr! was hat man denn noch vom leben - ohne wein und gesang.

vom säubern der jurte - nachtrag

PICT0001

Freitag, 29. Juni 2007

das kreuz mit der spinne

das-kreuz-mit-der-spinne

ihr schatten

spinnenschatten2

Mittwoch, 27. Juni 2007

nach dem fest

heute ist dienstag, jetzt sind es zehn uhr und ich habe zwei stunden räumen hinter mir. die jugend schläft noch im nachbarhaus, der letzte gast hier auf gleicher etage mit dem pc. ah - da rührt sich was, offenbares erwachen. so wird dieser schreibversuch vermutlich noch in den anfängen stecken bleiben.
hier kehrt langsam ruhe ein, bis auf tochter und freundin sind alle wieder gen heimat oder weiter in die ferien entfleucht. meine stimme kommt allmählich wieder. ob ich schon singen kann, steht noch dahin. samstag ist das nächste konzert, das darauf folgende wochenende gibt es noch zwei...
aber der trockene husten und das pfeifen sind weg. in der anschaffung von wehwehchen war ich dieses mal echt erfinderisch: verstauchter fuß; elektroschock in der andern ferse; allergisches asthma mit ununterbrochenem husten - hat diesen sommer jeder, sagte der arzt, der mich dann mit antihistaminen völlig knockout setzte- gottseidank fand sich später eine mit mehr vorstellunsvermögen ausgestattete ärztin bereit, mir ein cortisonspray zu verschreiben. asthma weg, stimmbänder sich langsam wieder einschwingend; die hatten sich nämlich nach dem parforce-konzert eine woche vor der fete vollständig aus dem verkehr gezogen. erst zwei tage vor dem großen ereignis kam so langsam die energie wieder.

das fest war sehr schön, rundum. wir waren zwischen 50 und 60. meine voisinen haben - im verein mit verwandtem jungvolk als assistentinnen - gegen mitternacht ein feuerwerksspektakel inszeniert und dabei fast das alte waschhaus in brand gesetzt! ganz toll. die kaskaden ihres gelächters bildeten dabei die passende geräuschkulisse.
sehr gerührt und entzückt war ich über töchterleins rede, die dann anschließend von ihrer schwester charmant und locker übersetzt wurde. ich hab mich weggeschmisssen - die rede war fantastisch- intelligent, anspielungsreich, unglaublich gut formuliert, witzig und zugleich liebevoll, die übersetzung sehr pfiffig - auf das wichtigste konzentriert.
was bin ich begeistert von der brut!
inzwischen ist das durcheinander in meinem körper einigermaßen beseitigt. es hatte mit dem verstauchten fuß angefangen und dann streßbedingt keine ende mehr gefunden. gottseidank war ich aber am feier-abend endlich wieder weitgehend in form. eine gewisse situationskomik ergab sich, weil ich, um meine stimme zu schonen oder selbige überhaupt - für die begrüßungsrede - wiederzugewinnen, stumm neben den gesprächspartnern stand, eventuell nickte, aber vor allem gähnte. überaus animierend für das gegenüber. einige waren recht irritiert, bevor ich mit verhaltener stimme den grund für das ungebührliche betragen nannte....
ich hatte eine meiner freundinnen, die atem-, stimm- und sprechtherapeutin ist, gebeten - watten glück, daß sie da war ! - mit mir ein paar übungen zu machen, damit ich wenigstens vernehmlich sprechen könne. wir verzogen uns in eine seitengasse neben dem festsaal, wo ich pausenlos stumm wie ein fisch das maul öffnete und schloß und das bißchen verbliebene leben aus mir heraushauchte, bis oberlippe, unterkiefer und stimmbänder geschmeidiger wurden ... wenn uns jemand gesehen hat! dann befahl sie mir, so viel wie möglich zu gähnen!
die rede war glänzend, die übersetzung noch glänzender - dank versierter hilfe.
wir haben ein bißchen gesungen, ein bißchen getanzt. die leute unterhielten sich rege, haben viel gelacht.
gegen zwei brachen die meisten auf - beachtlich angesichts des durchschnittsalters der geladenen (aus unserer konversationshilfe:"Hoffentlich halte ich durch, normalerweise bin ich um 10h im Bett J'espère que j'y tiendrai! Normalement je me couche à 10hs")
die letzten waren natürlich die südamerikaner und die jugend - das feuerwerksviergestirn vor allem, das die rheinische frohnatur in früher morgenstunde durchs dorf trug und mit den restlichen feuerwerkskörpern herumknallte, und auch ich hab bis zum schluß durchgehalten - trotz schlafloser nacht vorher. ein schönes fest!

ausklang mit den noch anwesenden gästen - endloses resteessen.
wie immer viel zuviel gekocht.

fischschwanzbeinige oder fischbeinschwänzige ?

fischschwanzbeinige

Donnerstag, 14. Juni 2007

nahrung

gestern abend habe ich UNSER TÄGLICH BROT gesehen, den film über massenproduktion von nahrungsmitteln, von dem ich noch nicht so recht wußte, ob ich ihn mir antun würde. die vorschau war nicht gerade einladend. besser, man weiß nicht, was man ißt. aber neugier und ein diffuses pflichtgefühl siegten. kino war fast leer. eine handvoll ökos. besonders in frankreich will man sich den appetit nicht freiwillig verderben lassen.
ich fand ihn schließlich sehr sehenswert und keineswegs so abstoßend, wie ich befürchtet hatte. wie sollen die bewohner der megastädte ernährt werden, wenn nicht so? daß man nicht jedes huhn tauft und segnet, bevor es ihm an den kragen geht, ist seit langem bekannt. und lachse werden nicht mehr einzeln mit der angel rausgezogen - die meere sind eh leergefischt.
der film war sehr lakonisch, aber nicht verurteilend. ausgezeichnete kamera: lange zentrale einstellungen, klare schnitte. keine musik, keine kommentare.
als betrachter darf ich selbständig stellung nehmen. ich sehe, daß nahrung ware ist und ausschließlich dem konsum dient, auch wenn kein einziger supermarkt gezeigt wird. gänge, regale, durch die sowohl ware als auch konsument geschleust werden, bilden das optische bindeglied.
ich bin letztlich froh, den film gesehen zu haben,
kaufe, wenn es geht, weiter auf dem markt ein oder ziehe meinen salat im garten. ich versuche, mir das leben des huhnes, dessen schenkel ich verzehre, nicht vorzustellen, weil es kein leben ist. ob label rouge tatsächlich bedeutet, daß die küken noch selbständig schlüpfen und die ersten gehversuche im freien gemacht werden? per hand abgemurkst, statt mit der maschine? und wieviel hände sind nötig, um paris mit individuell abgemurksten hühnern zu versorgen? vegetarier werden angesichts der kampfeinsätze über salatfeldern?
nulldiät - wir essen eh zuviel.

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