... sind haus und hof. diesmal war es der kühlschrank mit gefrierabteilung. notparken des schon halb getauten gefrierguts bei der voisine + bereicherung meines erfahrungsschatzes: ich weiß nun, wo der thermostat sitzt und wie man rauskriegt, ob er kaputt ist und wo man in diesem fall einen neuen kaufen kann. inzwischen ist der neue eingebaut, auch das wieder gefrorene gut zurückgeholt. einige konserven mehr im regal. alles paletti. beim durchchecken, was noch alles kaputtgehen oder ausfallen kann (jurte, auto, waschmaschine, heizung hab ich ja schon hinter mir), fällt mir nicht mehr viel ein. vielleicht ist ja jetzt a ruh!
leider friert der kühlschrank etwas zu sehr, der radi ist mit rauhreif belegt und zu hart zum schneiden. beim reinbeißen kriegt man zahnweh. da muß mein leib und magenelektriker nochmal nachschaun kommen. aber es eilt nicht, die witterung erlaubt eine zögerliche lösung des problems.
heute war ein bilderbuchherbsttag - mit draußen essen.
mongoliere - 8. Nov, 21:43
Im Winter
Der Acker leuchtet weiß und kalt.
Der Himmel ist einsam und ungeheuer.
Dohlen kreisen über dem Weiher,
Und Jäger steigen nieder vom Wald.
Ein Schweigen in schwarzen Wipfeln wohnt.
Ein Feuerschein huscht aus den Hütten.
Bisweilen schellt sehr fern ein Schlitten,
Und langsam steigt der graue Mond.
Ein Wild verblutet sanft am Rain,
Und Raben plätschern in blutigen Gossen.
Das Rohr bebt gelb und aufgeschossen.
Frost, Rauch, ein Schritt im leeren Hain.
Georg Trakl
im moment hab ichs mit der dichtung. apropos wild: letzten sonntag waren wir im wald. sonntag ist jagdtag. da muß man sich mit auffallenden leuchtenden farben versehen, um nicht fälschlich getroffen zu werden. denn der jäger zaudert nicht, so sich was bewegt, schießt er - auch oder mit vorliebe seinesgleichen. da es nichts richtiges zum jagen gibt außer wildschweine, schießen sie tauben. wir pirschten tapfer in unauffälligen farben - konnten ja vorher nicht ahnen, daß wir vom weg abkamen - durchs unterholz, in der phantasie von der kugel schon durchbohrt, stießen wir auf ein täubchen. es lag da friedlich und bewegungslos, noch warm, vollkommen tot. ich hätte es ja nicht angerührt, aber meine freundin hat in ihrer kindheit und jugend den vater auf der jagd begleitet. so landete das tierchen zuerst in ihren fachfraulichen händen, dann im rucksack und nach dem rupfen in der pfanne.
mongoliere - 31. Okt, 23:37
ich hab versucht, ein gedicht zu finden, das ungefähr das ausdrückt, was sich hier tut: alle nuancen von gelb, gold , orange und rot, in alle richtungen tanzende blätter; leichter dunst zwischen den hügelketten, wind wolken rauchwolken von den kartoffelfeuern, dem verbrennen des laubs - und und und; leider nicht gefunden. detlev von liliencron kommt dem am nächsten. man muß aber statt heide weinfelder und -berge denken, statt der pfirsiche feigen + weintrauben, nüsse, mandeln und eßkastanien....und weniger tod und trauer als spaziergänge und leckeres mahl im warmen haus am ende des tages....
mongoliere - 31. Okt, 23:08
Herbst
Astern blühen schon im Garten;
Schwächer trifft der Sonnenpfeil
Blumen, die den Tod erwarten
Durch des Frostes Henkerbeil.
Brauner dunkelt längst die Heide,
Blätter zittern durch die Luft.
Und es liegen Wald und Weide
Unbewegt im blauen Duft.
Pfirsich an der Gartenmauer,
Kranich auf der Winterflucht.
Herbstes Freuden, Herbstes Trauer,
Welke Rosen, reife Frucht.
Detlev von Liliencron
mongoliere - 31. Okt, 23:06
mongoliere - 29. Okt, 22:51
diesmal von unten ...

mongoliere - 29. Okt, 22:29
das wetter ist unverändert schön - die landschaft in den herbstlichen färbungen umwerfend, leise dunstschichten zwischen den hügelzügen.
heute haben sich tausende von zugvögeln davontragen lassen - schön, wenn man den jahresrhythmus als konstante noch erlebt. auch die grüppchen betagter frauen vor dem korsettstand auf dem markt in bram gehören zu diesen konstanten. jetzt erwerben sie flannellene nachthemden und dicke strickjacken.
ich geh nun in den garten, ein bißchen pflanzen... für morgen ist wieder regen angesagt.
mongoliere - 24. Okt, 14:59
die jurte ist wasserdicht. das dachproblem wird gelöst werden. ich werde ruiniert sein aber ruhig. was will man mehr. so habe ich nun heute den garten anbegonnen. er ist schon nach wenigstündigem einsatz nicht wiederzuerkennen. das haus auch nicht.
in der küche sieht's aus wie bei klöppes unterm sofa: gläschen mit getrockneten in öl eingelegten tomaten, wurzeltreibensollenden diversen gartenpflanzen; trocknende mandeln und nüsse; dazwischen ein gegarter hase (in fenchelsoße!), softbälle - die ladung traf vorgestern ein - eine riesengroße holzeisenbahnanlage mit allen schikanen (das kleine schnuffeltierchen ist wieder auf besuch, und wir machen uns einen lenz und lassen unordnung unordnung sein), minipantoffeln (gr. 27), zeitungen, zettel noch und nöcher, umgekippte wasserflasche. kurzum: chaos. aber es gibt chaos und chaos. dies ist das chaos der freude - schnurzegal wie's aussieht, weil dicke sorgen sich aufgelöst haben, verpflichtungen erledigt wurden und platz für lieblingsbeschäftigungen frei geworden ist, als da sind: k. hüten und garten auf vordermann bringen. er hilft mir, ersäuft die jungen pflänzchen und trampelt auf den anderen herum, während er die erde umgräbt. das hat er von mir abgeguckt. ansonsten: steine kicken, den rasen kämmen. ihm fällt immer was ein.
achja, nochwas: ich hab mein auto wieder. watten segen!
mongoliere - 19. Okt, 21:52