zwei gepflegte erscheinungen dritten und vierten lebensalters tasten sich über die schwelle, ob sie eintreten dürften? aber ja doch, gerne!
- ob hinter den mauern der frontseite noch dominikanerinnen lebten?
- nein, seit langem ausgestorben. der raum werde von der mairie für ausstellungen zur verfügung gestellt.
sie dringen in das rauminnere vor, durchmessen es langsam, ersteigen die stufen zum erhöhten teil, der damals vermutlich den chorraum abgab
- ob man die treppe zur empore erklimmen dürfe?
- nein, die sei einsturzgefährdet, das besteigen ausdrücklich untersagt. gottseidank hab ich den vertrag gelesen, bevor ich ihn unterschrieb.
ich schreibe weiter, während die beiden genau die architektonischen details des - zugegebenermaßen schönen - raumes studieren. kopf und brust bilden einen stumpfen winkel. kein blick auf die bilder.
vorher kam eine touristin aus dem pfölzischen.
- die untere stadt sei ja nicht besonders schön; aber sie müsse was einkaufen, ob es hier einen supermarkt gebe.
ich erkläre den weg, weise auch darauf hin, daß heute markt sei. sie komme ja dran vorbei.
- nein, sie hatte ihre zahnbürste im letzten hotel vergessen.
- zahnbürsten gebe es auch in der apotheke gleich an der ecke.
auf der einkaufsliste standen aber auch wasser und tempos. supermarkt also. da kriegt man alles und weiß was man hat. vor allem braucht man nichts zu sagen.
die zeiten haben sich geändert. haben sich die zeiten geändert?
als ich jung und noch nicht schön war, fuhren wir in die ferien zu verwandten aufs land. später dann nach österreich. da war ich 11 oder 12, sprang im freibad vom zehnmeter und labte mich an der sprache. gut, sie bewegte sich noch im bereich des verständlichen. man mußte aber schon genau hinhören und ab und zu raten.
die nächste reise der familie ein paar jahre später ging in die italienische schweiz. supermärkte gab es noch nicht, nur kaisers kaffee, konsum und dergleichen - migros hieß er glaube ich in der schweiz. in italien aber, gleich hinter der grenze, gab es einen markt - sozusagen den inbegriff des marktes. uns sprangen die augen aus dem kopf angesichts der riesigen gelbfleischigen pfirsiche, deren zuhause wir bis dahin der konservendose zuordneten.
kein wort italienisch. wir kriegten ausländisch radebrechend und unter einsatz aller beweglichen körperteile alles, was wir kriegen wollten und jede menge spaß.
im franzosenland gestikulieren sie nicht wie dunnemals der italiener und wir, aber ausreichend, um den käse erfolgreich der konsumkette einzugliedern, dabei liebenswürdig, meistens mit einem netten kommentar. auch wenn man die worte nicht versteht, so erkennt man die absicht.
die märkte in frankreich sind paradiesich: frisch, vielfältig, appetitlich präsentiert, oft nicht einmal teurer als im supermarkt. wenn es nicht regnet, sind sie rappelvoll. man muß anstehen und manchmal schnell entscheiden, was man will. das birgt das risiko des fehlkaufs wie auch die überraschung einer neuentdeckung. im tante-emma-laden ist die auswahl klein oder nicht vorhanden, dafür der austausch unbeschränkt.
vom leben rund um den warenaustausch bekommt man im supermarkt allenfalls noch den wurmfortsatz französischer höflichkeit an der kasse mit...nörgelte sie.
ja, ich ärgere mich schon, wenn leute in ein fremdes land reisen und nicht wissen wollen, wie es denn da so zugeht. ich hab was dagegen, wenn man seinen dicken campingbus in der schönsten fremde abstellt und dann den heimischen käse auspackt...
was das mit dem zahnbürstenkauf im supermarkt zu tun hat? natürlich nichts. die supermärkte sind ja auch nicht mehr das, was sie mal waren. leclerc, géant, intermarche, - alle führen das gleiche. alle sind gleich eingerichtet. öde öde - schnöde öde. statt leckerer spezereien: 100 spaghetti-sorten und 50 verschiedene typen von zahnbürsten !
mongoliere - 19. Mai, 08:14
ein wort, das man bekanntermaßen nicht verwenden darf. eigentlich wollte ich ganz viel über carcassonne und meine eindrücke von der ausstellung bzw. deren besuchern schreiben - schließlich liegen 7 (in worten: sieben) handgeschöpfte seiten vor mir. aber eher falle ich tot ins bett, als daß noch eine taste von meinen fingern berührt werde...
mongoliere - 18. Mai, 23:47
die kulturabteilung des rathauses - bis ich die gefunden hatte !!! - ist ein netter ort. alles offen, auf den schreibtischen papiere frisch hereingeschneit. unordnung hat sehr verschiedene erscheinungsformen. grob kann man sie unterteilen in heillose und heilvolle. für die Ordnung gilt ähnliches, wenn auch nicht gleiches: heil'ge ordnung , liebe sie, sie erspart dir zeit und müh.
in der kulturabteilung also herrscht heilvolle unordnung, angenehme atmosphäre, man ist emsig bei der arbeit. nein, nicht man: lauter nette schöne junge frauen emsen, was das zeug hält. beflissen, gut gelaunt, gut informiert, hilfreich und gut ,mit einem wort: charmant. charme ist schön. charme ist französisch. hier haben sie ihn erfunden, den charme (wenn auch nicht alle, so wie beim pulver).
ich brauchte für mittwoch einen zweiten schlüssel für die wachablösung. dienstag also schnell die weit geschwungene wunderschöne treppe des alten rathauses hinauf in die kulturabteilung gehüpft. keine junge frau mehr zu sehen! hatten sie ihre mittagspause überzogen? keineswegs! - tags zuvor waren alle miteinander umgezogen! der schlüssel mit ihnen. jetzt arbeiten sie in der straße der republik eine etage über der festivalabteilung. 5-minuten-entfernung. ich hin. man wähnt sich in einer oase: ein heller freundlicher glaskasten mit zwitschernden in ihre arbeit vertieften jungen frauen auf beiden etagen - alles offen und miteinander durch eine leichte treppe verbunden. ich nutzte die gelegenheit und fragte unten in der festivalabteilung, ob noch eine karte für das sting-konzert anfang juli zu haben sei. natürlich alles ausverkauft. aber schon die freundlichkeit der auskunft entschädigt für die selbstverschuldete entbehrung. wenn mir die decke auf den kopf fällt, geh ich in die kulturabteilung.
mongoliere - 18. Mai, 23:03
war das nicht mal ein simon-karfunkel-lied?
jajaja, ich weiß, es muß song heißen. aber die dinger waren liedhaft. und ich singe sie immer wieder gerne. einige der wenigen song-schaffenden übrigens, deren texte ich noch teilweise auswendig kann. beachtenswart, da ich mir grundsätzlich in verbindung mit musik keine - außer liturgische - texte merken kann, die aber in allen sprachen. apropos: wieviel kindliche merkkapazität wurde in kirchenliedstrophen gebunden und vergeudet! mathematische formeln oder doch wenigstens etwas sinnvolleres als mariabreitdenmantelaus angesichts des irgendwann zu erwartenden kirchenaustritts wie z.b.klassische gedichte, kochrezepte oder einfach börsenkurse und lottogewinnzahlen hätte man an die stelle setzen können. chinesische schriftzeichen! als kind lernt es sich so leicht. seufz.
das erinnert mich an meinen lieblingsdialog
- was seufzt du ?
- so drei vier bierchen am abend
- nein, ich meine: warum seufzt du?
- ach, saufen würd ich das nicht nennen !
leider leider leider nicht von mir, sondern von einem großen dichter, einem zeitgenössischen noch dazu (ja, das gibt's). ich weiß nicht einmal, ob ich ihn wort- oder nur sinngemäß zitiere, ob eine zeichnung dabei war oder nicht, ob ob ob... aber darauf kommt es ja auch nicht an. name sollte gleichermaßen schall und rauch sein. aber ich nenn ihn jetzt doch, auf daß flugs alles von ihm gelesen werde: robert gernhardt. wer ihn kennt, liebt ihn täglich.
mongoliere - 18. Mai, 22:44
nach meinem brockes-gedicht und einem regen privaten gedichte-austausch mit meinem lieblingsrezitierer - alles brockenschwer und für zeitgenössische schnelle leser unverständlich unverdaulich (vielleicht täusche ich mich ja auch?) - war die luft raus und vor allem die knappe zeit verbraucht, die mir noch blieb.
jetzt hab ich noch weniger davon.
seit einer halben woche beaufsichtige ich meine bilder. täglich von zehn bis zwölf und von zwei bis sieben. vergangenen sonntag gehängt: 22 große formate aus zwölf jahren alles zum einen thema geäste. zwei große einander gegenüberliegende wände einer kapelle, jede etwa 15 meter lang. es ist herrlich. hoher lichter freier raum mit nichts drin. keine säulen in der mitte, nichts. ein riesiges, begrenzt scheußliches fenster an der kopfseite. aber das ist ganz weit weg, hoch über einer durch vier stufen abgetrennten empore, und stört nicht die unten herrschende einheit.
da sitze ich bei den alten freunden und schaue sie an. lange nicht gesehen - vertraut wie eh und je. willkommen, geliebt. ich kann mich nicht satt sehen.
es ist eine seltsame situation und eine seltene zugleich. viele der aus drei ländern zusammengetragenen bilder habe ich seit jahren nicht mehr gesehen, geschweige denn genauer betrachtet. noch nie hab ich sie alle auf einmal in einem großen raum versammeln können - nur in kleinen gruppen; meistens kennen sie sich untereinander, entstammen derselben schaffensperiode. die meisten hatten in ausstellungen schon kontakt miteinander. viele wohnen seit langem woanders. jetzt sind alle verbliebenen zusammen gekommen, ein paar neue dazu. die vier neuen ragen heraus, unterscheiden sich deutlich in farbigkeit und stil: platanen im winter. kein blau mehr wie noch so dominant vor 11 jahren wintergeäste. die hängen genau gegenüber und bilden den absoluten kontrast. einmal also winter fast weiß fast kontrastlos, das andere mal dunkles blau bis fast schwarz, extrem kontrastreich.
natürlich kann man die einzelnen bilder locker einer periode zuordnen, die entwicklung über die jahre ist eindeutig: klarer, transparenter, einfacher, ruhiger.
was haben sie gemein? ich dachte bisher, es sei die bewegung, die thematisierung von licht und schatten, struktur, wechsel von figur und grund. alles richtig, aber das zugrundeliegende und überall hervortretende prinzip entdecke ich erst jetzt, während ich sie stundenlang vergleichen kann. es ist der gestus. bei aller unterschiedlichkeit handelt es sich immer um gestische malerei. bin begeistert. wenn mich jetzt jemand danach fragt, wie ich denn male, kann ich es endlich sagen: gestisch!
das geht natürlich nur bei der malerei. was die collagen betrifft, fehlt mir noch die bezeichnung. das gewicht spielt eine entscheidende rolle. sonst hätte ich mich ja nie aufs collagieren verlegt. sagen wir so: mein rücken wollte es so.
ich sollte den stil vielleicht in gramm pro quadratzentimeter ausdrücken: siebenundvierzigelf, nullachtfuffzehn, dreizunull.
es ist spät. morgen hab ich wieder schicht. dann kommen die besucher dran und das, was das leben sonst noch so parat hält in ausstellungszeiten, wie etwa den vorzüglichen bordeaux, der mir vorhin von den nachbarn serviert wurde. gute güte war der gut.
mongoliere - 17. Mai, 22:30
eines meiner lieblingsgedichte...
Betrachtung verschiedener zu unserem Vergnügen belebten Insekten
Barthold Heinrich Brockes (1680-1747)
Man siehet jetzt fast überall mit Haufen
Viel bunte Käferchen, gefärbte kleine Fliegen
Zu unsrer Augenlust ein Leben kriegen
Und in dem Gras, auf Kraut, auf Laub und Blumen laufen.
Mein Gott, wenn ich die bunte Meng erwäge
Und ihrer Farben und Figur
Bewundernswerte Zierlichkeit,
Bewundernswerten Unterscheid
In stiller Muß erwäg und überlege,
Wie schnell sie hüpfen, fliegen, rennen,
Wie fertig sie sich regen können,
Ergetzet mich die spielende Natur.
Ich freue mich, denn ich kann deutlich sehn,
Da sie so mancherlei, so zierlich und so schön,
Daß die Natur sie dazu bilden wollen,
Daß wir des Schöpfers Wundermacht
Auch in derselben Farbenpracht
In unsrer Lust betrachten sollen.
Wer wird der Farben Meng und ihre Schönheit nennen,
Erzählen und beschreiben können,
Mit welcher die Natur die kleinen Tierchen schmückt?
Wie mancherlei hab ich mit innigem Vergnügen
Nur bloß an Fliegen einst erblickt !
Woran die Farben sich recht wunderbarlich fügen,
Braun, gelblich, rötlich, schwarz und grau,
Grün, rot, gelb, hell- und dunkelblau,
Bald gold mit grün, bald gold mit rot gemenget;
Bald ist der Flügel künstlichs Paar
Wie ein Kristall so weiß, so klar;
Bald sind auch die gefärbt und bunt gesprenget.
Bald scheinet sich in ihrer Flügel Glanz
Der bunten Iris halber Kranz
In schön gemischten Schmuck zu bilden.
Bei diesem ist der Leib, bei dem die Flügel gülden.
Durchsichtig sind sie bald, bald widerscheinend bunt;
Bald haben rote blau, bald grüne rote Köpfe;
Bald sind die Köpfchen platt, bald sind sie lang, bald rund.
Es zieren selbige bald kleine schwarze Zöpfe,
Bald Hörnerchen, die eingekerbt und bunt.
Wie lieblich sieht es aus, wann schlanke Grasemetzen,
Die blauer noch als ein Türkis gemalet,
Auf Blättern, die Smaragd an grünem Glanze gleich,
Auf Blättern, welche hier beschattet, dort bestrahlet,
Bald sanfte schweben, bald sich setzen.
Kein schöner Schmelz ist in der Welt
Als den der blaue Glanz, vom schwarzen noch erhoben,
An diesem Tierchen uns vor Augen stellt.
Hier glühen auf dem holden Grünen
Die Sonnenkinderchen wie lebende Rubinen.
Dort blitzt auf weißer Blumen Zier
Ein gleichfalls lebender Saphir,
Ein Würmchen, dessen Blau fast wie der Himmel scheinet.
Wie manche Art von Wespen und von Bienen
Erblicket man in dem beblümten Grünen!
Die Hummel fliegt mit Brummen hin und her;
Ihr Körper scheinet in sich schwer,
Als wenn er in der Luft ein kleiner Bär
Mit Flügeln wär.
Noch mehr: Man siehet oft an einer Rosen hangen
Fast aller Edelsteine Prangen
Im Maienkäferchen vereint.
Sprecht, ob die spielenden Opalen
Veränderlicher strahlen?
Wer muß sich nicht recht inniglich ergetzen
Und in der Lust sich nicht zugleich entsetzen,
Wann er das Heer der bunten Schmetterlinge
Besieht und ihren Putz erwäget?
Es sind wahrhaftig Wunderdinge
Den bunten Flügeln eingepräget.
Man wird mit großem Rechte können
Sie fliegende lebendge Blumen nennen.
Man teilet sie, nicht unrecht, insgemein
In Nacht- und Tageeulchen ein,
Die alle wunderlich formieret,
Die alle wunderlich gezieret:
Damit sogar des Nachts die Luft nicht leer
Von göttlichen Geschöpfen wär.
mongoliere - 4. Mai, 22:29
heute ist ein schöner tag
weil ich mich viel lieber mag
als sonst
(f.k. waechter: opa hucke's mitmachkabinett )
vorgestern haben wir zu viert abends getafelt, dabei sehr moderate mengen alkohol zu uns genommen, da keiner mehr so richtig was verträgt. alle waren angeschlagen, wollten möglichst bald einen termin für eine stunde.
gestern kam der erste. für heute hatten sich die beiden andern angesagt.
der freund erschien, bleich und durchsichtig: magenschmerzen seit wochen. kein medikament hilft mehr. als er nach der stunde ging, fühlte er sich deutlich besser. aber wer weiß, ob`s anhält.
heute kam seine frau, auch für eine stunde. ich hatte meinen mund noch nicht aufgemacht, um mich nach dem befinden ihres gefährten zu erkundigen, da strahlte sie mich schon an: du hast ihn mir wiedergegeben! nicht wiederzuerkennen! er hat sich voll die kante gegeben am abend - und nicht die geringsten magenschmerzen heute!
wenn das kein erfolg ist - moshe sei`s gepriesen.
mongoliere - 29. Apr, 21:35
die keilrahmen sind da. alle. vollständig. schon zusammengesetzt und bereit für die montage, uff.
gestern - freitag - drei tage nach dem notruf - rief eine freundliche angestellte von boesner bordeau an, ob die sendung aus paris eingetroffen sei.
- nein, ich habe auch schon nachfragen wollen.
sie werde mit der für die versendung verantwortlichen sprechen und zurückrufen.
von diesem zeitpunkt an war das schnurlose telefon mein ständiger begleiter zwei drei vier - schließlich mehr als sechs stunden lang. erst ende des nachmittags fiel mir ein, daß freitag nachmittag vor einem langen wochende sei. also schnell angerufen, bevor sie dicht machten.
- immer noch nichts? das ist erstaunlich. ich erkundige mich in paris und rufe sofort zurück, atuttswitt. -
tuttswitt - (okay: tout de suite) das heißt wirklich sofort, in ein paar minuten. nach den erfahrungen des vormittags waren zweifel angesagt. aber sie hielt wort, und das telefon klingelte, bevor sich diese zweifel vertiefen konnten.
- die sendung sei dienstag, nein mittwoch bei der post aufgegeben worden und müsse spätestens heute eingetroffen sein.
- nein, ist sie leider nicht
- ob ich bei der post nachfragen könne?
- nein, die sei zu, nur morgens zwischen 9h und 11.30h geöffnet. morgen aber sei samstag und da sei sie sowieso zu.
wir berieten beide. es war schließlich klar, daß das paket unterwegs war, in den händen der post, quasi sicher also, aber vielleicht nicht ganz. was, wenn es verloren gegangen war?
sie diktierte mir die nummer des pakets, damit ich dienstag meine nachforschungen beginnen könne.
heute morgen fiel mir ein, daß ich manchmal samstags einen brief in meinem kasten vorgefunden habe. schnell beim nachbarn nachgefragt. ja, samstags käme die post gegen 11h. sofort schnellte der hoffnungspegel in die höhe. alle für den vormittag geplanten einkäufe - rattengift, briefumschläge, swatchuhr, fußmatte und gemüse - auf den nachmittag verschoben und brav hausaufgaben gemacht.
kurz vor elf zum ersten mal auf die straße, rechts und links geschaut. nichts. gegen viertel nach 11h das letzte mal. wieder nicht dabei.
kurz vor 12h großes gehupe vor der haustür. DER POSTBOTE! mit meinem paket! ich war vorsichtshalber aus dem haus gestürzt, in der wie sich herausstellte begründeten hoffnung, daß das hupen mir gelte. hurrah. ja, das paket sei schon gestern dabei gewesen, aber ich nicht da , da habe er es wieder mitgenommen.
ich war zu erleichtert, um mich mit ihm anzulegen. seit jahr und tag lasse ich die tür offen, damit er mir pakete ins haus stellt, wenn ich zwei stockwerke tiefer , im garten oder in der jurte werkele und ihn mangels klingel nicht hören kann. meistens tut er das auch brav. aber er hat seine launen, und gestern war ihm wohl nicht danach. aber ein schlechtes gewissen hatte er wohl, denn er verabschiedete sich mit handschlag. tut er sonst nie.
mongoliere - 29. Apr, 13:32